Das Y0K Problem
Geschrieben von: Jürgen Leidig
Sonntag, den 01. Mai 2011 um 11:06 Uhr



Ein Forscher, der sich vor kurzem durch die Exponate in der römischen Abteilung
im Britischen Museum durcharbeitete, fand zufällig ein verwittertes Dokument.
Nach einigen Mühen hatte er es übersetzt und herausgefunden, dass es sich um
einen Brief eines gewissen Menschen mit Namen Plutonius - betitelt als
"magister factorium", was soviel bedeutet wie "Hüter des Kalenders" - an einen
gewissen Cassius handelt. Es war bemerkenswerter Weise datiert auf den 3. Dezember
im Jahr 2 vor Christi Geburt, also etwas über 2000 Jahre alt.
Der folgende Text ist die Übersetzung aus dem Lateinischen:
Lieber Cassius,
arbeitest Du immer noch an dem Y0K Problem? Der Wechsel von "vor Christi" auf
"nach Christi" bereitet uns eine Menge Kopfschmerzen und wir haben nicht mehr
viel Zeit. Ich kann mir nicht vorstellen, wie die Leute damit fertig werden,
in Zukunft in der anderen Richtung zu denken. Wo wir bisher fröhlich abwärts
gezählt haben müssen wir plötzlich aufwärts rechnen.
Man sollte meinen, dass darauf schon früher jemand hätte kommen können und
es nicht uns überlassen wäre, alles in letzter Minute zu regeln.
Ich habe neulich Abend mit Caesar gesprochen. Er war ziemlich ungehalten, dass
Julius nicht daran gedacht hatte als er den Kalender entwarf und er sagte, er
könne verstehen, warum Brutus in letzter Zeit immer so gereizt wäre.
Wir haben auch Consultus befragt. Er sagte nur, dass es nicht funktionieren würde,
einfach mit "minus vor Christi" weiter zu zählen. Und wie üblich hat er uns eine
saftige Rechnung dafür geschrieben, dass er nichts Brauchbares geliefert hat. Ich
hoffe wirklich, daß wir nicht unsere gesamte Hardware wegwerfen müssen und wieder
von vorn anfangen. Macrohard wird an der Sache wahrscheinlich wieder einmal ein
Vermögen verdienen. Die Geldverleiher sind verständlicherweise total verunsichert.
Man hat ihnen nämlich erzählt, dass sich die Rückzahlungsraten umkehren werden,
und sie folglich in Zukunft ihre Schuldner bezahlen müssen um die Darlehen zu
tilgen. Es ist wirklich zum ko....
Ich selber kann mir übrigens auch nicht vorstellen wie der Sand in der Sanduhr
von unten nach oben fließen soll. Wir haben gehört, dass drei Weise im Osten
auch an dem Problem gearbeitet haben, aber unglücklicherweise werden sie erst
hier eintreffen wenn alles schon vorbei ist.
Ich weiß, das es Pläne gibt, alle Pferde um Mitternacht des Jahreswechsels
festzubinden. Es wird befürchtet, dass sie sonst versuchen rückwärts zu laufen
und dadurch immense Schäden an den Wagen verursachen sowie möglicherweise sogar
Menschenleben gefährden. Manche behaupten sogar, dass die Welt im Moment des
Übergangs aufhören wird zu existieren.
Egal, wir werden unvermindert weiter an diesem vertrackten Y0K Problem arbeiten.
Sobald ich mehr weiß, werde ich Dir eine Notiz schreiben.
Falls Du irgendwelche Ideen hast, lass es mich bitte wissen.
Mit besten Grüßen
Dein
Plutonius.